Synthetische Pinsel a priori?



Guten Tag die Damen,

Meine ersten Pinsel bestanden aus unglaublich kratzigem Synthetikhaar, weshalb ich lange von Echthaarpinseln und deren sicher unglaublich flauschigen Qualität träumte. Die Ernüchterung machte sich schnell breit, als ich den legendären MAC 217er kaufte und dieser sich bereits nach wenigen Haarwäschen hart und kratzig anfühlte und eher wie ein Hexenbesen denn ein teurer Blendepinsel aussah. Kurze Zeit später legte ich mir ein paar synthetische Pinsel von Real Techniques zu und war schnell erstaunt, wie formstabil und angenehm sie auf der Haut blieben. Es hat eine halbe Ewigkeit gedauert, bis mir die Erleuchtung kam, dass Echthaarpinsel eventuell andere Pflege benötigen als synthetisches Haar. Im Folgenden also einige Tipps, die viele sicher bereits kennen, in komprimierter Form. Was Kant damit zu tun hat mag sich der geneigte Leser fragen? - Keine Ahnung, ich schätze synthetische Pinsel jedenfalls erst a posteriori!*


MAC #217er nach normalem Shampoowaschgang

Im Vergleich: RT-Brush nach liebloser Reinigung mit Seife, Echthaarpinsel nach entsprechenden Pflegemaßnahmen


Während meine Pinsel von Real Techniques eine einfache Wäsche mit Handseife verzeihen und trotzdem ihre Form und Weichheit bewahren, ist die Pflege meiner Echthaarpinsel etwas aufwendiger. Was wird gebraucht?

  • mildes Reinigungsmittel (z.B. Babyshampoo)
  • einen Mikrofaserwaschlappen (mit denen man eigentlich das Gesicht reinigt)
  • Conditioner (Ich nutze hier gern Reste, die beim Haarefärben übrig bleiben)
  • eine Haarklammer mit entsprechender Größe

Der Waschgang

Ich feuchte den Mikrofaserwaschlappen an, gebe etwas Shampoo darauf und kreise den ebenfalls angefeuchteten Pinsel sanft über die shampoonierte Fläche. Diese Art Waschlappen ist ursprünglich dazu gedacht, das Gesicht zu reinigen und leicht zu peelen und ich habe das Gefühl, dass gerade Glitzerpartikel (welche gern in den dichten Echthaarborsten kleben bleiben) sich so besser lösen als bei der Reinigung mit bloßer Hand. Nach dem Auswaschen (hier achte ich darauf, dass das Wasser nur lauwarm ist!) gebe ich etwas Conditioner in das Naturhaar und lasse diese Kurpackung einige Minuten einwirken. Ausspülen und mit einem Handtuch sanft das Wasser aus den Haaren drücken, so weit fertig!



Die Trocknung

Neben der Extrapflege ist die Trocknung das Geheimnis eines gutaussehenden, weichen Echthaarpinsels! Besonders wichtig sind formerhaltende Maßnahmen: Ich verwende hierfür gern diese schwarzen Haarklämmerchen, da sie eine super Größe haben für meine Blendepinsel. Wichtig ist die Anpassung der Klammer. Da die Pinsel breiter als schmal sind, plaziere ich die Klammer so, dass der Griff, an der man sie öffnet und schließt, sich nicht an der breiten, sondern der schmalen Pinselseite befindet (siehe Bild). Um alle nach der Wäsche abstehenden Härchen zu erwischen, klammere ich sie an den Stil und schiebe sie vorsichtig über die Borsten. Auf lange Sicht werde ich mir aber die Anschaffung von Brushguards (eine Art elastisches Netz, das man über die Pinsel zieht und damit die Form unterstützt) überlegen, da ich noch einen großen Echthaarblushpinsel besitze. Eine weitere Möglichkeit, die Pinsel ohne spezielle Guards zu formen, findet ihr bei Sally.


Die richtige Position der Haarklammer bei Blendepinseln


Zum Trocknen lege ich die Pinsel gut ausgedrückt und gegebenenfalls mit Klammern präpariert entweder auf die Fensterbank oder stecke sie kopfüber in die Pinselaufbewahrungsteile, die zu den Sets von Real Techniques mitgeliefert werden, letzteres funktioniert recht gut und schont die Verleimung der Pinselhaare.



Wie erhaltet ihr die Weichheit und Form eurer Pinsel?


So long,

 




*In der Erkenntnistheorie wird Erkenntnis über verschiedene Arten von Urteilen erlangt. Urteile a priori sind derart, dass sie vor jeder Erfahrung stehen, also rein von beispielsweise Wahrnehmung sind, und insofern allgemeingültig und notwendig, hier sind logische Urteile als Beispiele zu erwähnen: Alle Körper besitzen Ausdehnung (wäre dies nicht so, wären sie keine Körper). A posteriori sind Urteile dann, wenn sie mithilfe der Erfahrung getroffen werden, sie haben keinen Allgemeinheitsanspruch, Beispiel hier: Hourglass ist nicht in Deutschland erhältlich (Heute nicht, dies kann sich aber in der Zukunft ändern). Urteile werden von Kant weiterhin in analytisch und synthetisch unterschieden. Von einem analytischen Urteil spricht man dann, wenn eine Eigenschaft im entsprechenden Begriff bereits enthalten ist: Ein Kreis ist rund (analytisch a priori). Man hat zwar eine ewige Wahrheit, lernt aber nichts Neues über den Gegenstand, da das Urteil eine Tautologie (der Inhalt ist im Begriff impliziert: unverheirateter Jnggeselle) darstellt. Synthetische Urteile hingegen verbinden einen Begriff mit einer nicht per se in ihm enthaltener Eigenschaft: Meine Katze ist dreifarbig. (Nicht jede Katze ist derart gefärbt, aber die Eigenschaft der Dreifarbigkeit sagt etwas Neues über meine Katze aus.) Kant stellt sich nun in der Kritik der reinen Vernunft u.a. die Frage, inwiefern synthetische Urteile a priori, also ohne Hilfe der Erfahrung, möglich sein können, scheint es doch, als sei für ein solches Urteil die Erfahrung eines konkreten Gegenstandes nötig. Kant sucht also nach einer Möglichkeit, Urteile zu begründen, die nicht von der Erfahrung abhängig sind, jedoch nicht nur eine tautologische Natur aufweisen; schwieriges Unterfangen.

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